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PROF. DR. HENNING WODE
 

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Englisches Seminar
der Christian-Albrechts-Universität
Leibnizstr. 10
D-24098 Kiel

Prof. Henning Wode ist Anglist und Sprachwissenschaftler an der Christian-Albrechts-Universität Kiel. Eines seiner Hauptarbeitsgebiete ist die Psycholinguistik des Spracherwerbs, insbesondere des Zweitsprachenerwerbs. Er gehört zu den Mitbegründern dieser Forschungsrichtung. Anfang der 1990er Jahren hat er maßgeblich mitgewirkt, bilingualen Unterricht im Sekundarbereich in Schleswig-Holstein einzuführen. Mit seiner Arbeitsgruppe hat er die beeindruckende Leistungsfähigkeit dieses Unterrichtsverfahrens sehr detailliert dokumentiert. 1995 wurde auf seine Anregung hin erstmals in Deutschland der Verbund von englisch-deutsch bilingualer Kindertagesstätte und englischem Immersionsunterricht an der Grundschule eingerichtet. Immersiv heißt, dass die zu lernende Sprache nicht als Lehrgegenstand, sondern als Unterrichtssprache eingesetzt wird. Auf diese Weise erhalten die Kinder die Möglichkeit, sich die neue Sprache eigenständig anzueignen, wie sie es mit ihrer Muttersprache gemacht haben. Z. Z. leitet Prof. Wode die wissenschaftliche Begleitung und Evaluierung dieser Erprobung. Die Ergebnisse sind geradezu atemberaubend, denn auch für Deutschland bestätigt sich: Immersion ist das leistungsstärkste Verfahren zur Vermittlung von Fremdsprachen; es eignet sich für alle Kinder; überfordert sie nicht; fördert ihre kognitive Entwicklung; und wirkt sich positiv auf die Muttersprache aus. Da Immersion keine zusätzlichen Stunden, mithin keine zusätzlichen Lehrkräfte erfordert, ist es obendrein das kostengünstige Verfahren.

Insbesondere im Hinblick auf die möglichst frühe Vermittlung von (Fremd)Sprachen rät Prof. Wode daher, auch in Deutschland den immersiven Verbund von Kita und Grundschule möglichst flächendeckend einzusetzen, um der durch die Globalisierung und Europäisierung geradezu erzwungenen 3-Sprachenformel gerecht werden zu können: Die 1. Fremdsprache würde dann immersiv im Verbund von Kita und Grundschule gelernt. Die Ergebnisse zeigen, dass bis zum Ende der 4. Klasse das Kompetenzniveau derart hoch ist, dass die 1. Fremdsprache anschließend im Sekundarbereich vorwiegend durch bilingualen Sachunterricht in ausgewählten Fächern weiter gefördert werden kann. Dadurch wird ab Klasse 5 ein Teil der laut Lehrplan für die 1. Fremdsprache vorgesehenen Stunden frei und kann für eine vorgezogene und intensive Förderung der 2. Fremdsprache nach dem Muster der inzwischen gängigen deutsch-bilingualen Bildungsgänge verwendet werden, so dass am Ende der Schulzeit ein funktional angemessenes Niveau für 3 Sprachen, nämlich die Muttersprache und 2 weitere erwartet werden kann. Allerdings wäre darauf zu achten, dass die Kinder unterschiedliche Kombinationen von Sprachen lernen.


 
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