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KINDERTAGESEINRICHTUNG BESCH
 

Die Kindertageseinrichtung „St. Franziskus“

Der katholische Kindergarten wurde 1956 als zweigruppige Einrichtung der Pfarrgemeinde eröffnet und befindet sich bis heute im Ortskern von Besch. Die Kindertageseinrichtung ist mit dem Altenheim zusammen in einem Gebäudekomplex untergebracht. Der Ortsteil Besch gehört zur saarländischen Moselgemeinde Perl, die im Dreiländereck (Deutschland, Frankreich und Luxemburg) liegt. Die Einrichtung wird seit 1976 in drei Gruppen geführt und verfügt über ein großzügiges Außenspielgelände.

Seit 1999 arbeitet der Kindergarten nach dem „bilingualen und bikulturellen“ Ansatz.

Diese pädagogische Idee, zunächst nur als Projekt des saarländischen Bildungsministeriums ins Leben gerufen, etablierte sich jedoch zu einem festen Bestandteil der pädagogischen Arbeit. So sind auch heute französische Muttersprachlerinnen in fester Anstellung beschäftigt. Damit wir die Zweisprachigkeit vertiefen und verstärkt kulturelle Aspekte einbringen können, pflegen wir einen Austausch mit einer französischen Partnereinrichtung, der Ecole Maternelle im sieben Kilometer entfernten Apach. Im Jahr 2000 wurde der erste Austausch durchgeführt. Seither treffen sich unsere deutschen und französischen Kinder regelmäßig. Der Austausch findet alle 14 Tage statt. Ausgenommen davon sind die deutschen und französischen Ferienzeiten. Durch diese Regelmäßigkeit ist eine enge Kooperation gewachsen. Im Jahr 2002 übernahm die KiTa gGmbH Saarland (gemeinnützige Trägergesellschaft kath. Kindertageseinrichtungen) die Trägerschaft. Das Betreuungsangebot wurde im Jahr 2003 zur Tagesstätte mit Übermittagbetreuung und Mittagstisch erweitert.


Betreuungsangebot

Öffnungszeiten:
Regelbetreuung 07.30 Uhr – 12.30 Uhr 14.00 Uhr – 16.00 Uhr
Mittwochnachmittags geschlossen

Busgruppe 07.30 Uhr – 12.30 Uhr
Die Kinder aus den Nachbarorten werden mit dem Bus zum Kindergarten und wieder nach Hause gebracht.

Verlängerter Vormittag 07.30 Uhr - 14.00 Uhr (mit Mittagessen)
Tagesplatz (mit Mittagessen) 07.30 Uhr – 16.00 Uhr

Für diese Kinder bieten wir auch Mittwoch nachmittags eine Betreuung an.

Das Einzugsgebiet des Kindergartens sind vorwiegend die Ortsteile Besch, Sinz, Tettingen-Butzdorf und Wochern der Gemeinde Perl und den benachbarten Orten in Frankreich und Luxemburg. Darüber hinaus können auch Kinder aus anderen Ortsteilen unsere Tagesstätte besuchen.

In unserer Einrichtung werden Kinder ab drei Jahren bis zur Schulpflichtigkeit und eine geringfügige Anzahl von Kindern ab zweieinhalb Jahren mit „Sondervereinbarung“ aufgenommen.


Bilinguale – Bikulturelle Bildung

Die Verständigung mit Menschen anderer Nationalität und Kultur steht in unserer Zeit der Globalisierung, der Europapolitik und einer multikulturellen Gesellschaft im Vordergrund. Das Kindergartenalter ist eine sensitive Phase für den natürlichen Spracherwerb und ist somit auch hervorragend geeignet, um eine zweite Sprache ohne gezieltes Training zu lernen. Weiterhin ermöglicht der Frühbeginn der Zweisprachigkeit den Kindern eine Weiterentwicklung ihrer ursprünglichen Neugierde und ihrer Persönlichkeit.

Wer in früher Kindheit regelmäßig einer zweiten Sprache begegnet, ein Sprachbad in alltäglichen Situationen erlebt, wird auch jede weitere Sprache leichter lernen und der neuen unbekannten Sprache und Kultur viel offener gegenüberstehen und sich somit eine interkulturelle Kompetenz aneignen.


Methodisch Umsetzung der Zweisprachigkeit:

eine Person - eine SpracheIntegration in den pädagogischen Ansatz der Einrichtungtägliches Sprachbadspielerischer Ansatzganzheitliches ArbeitenAustausch mit der Partnereinrichtung in FrankreichEntwicklungen von festen Freundschaften
Konkrete Beispielsituationen:

Grundwortschatz aus dem Alltag heraus.französische Bräuche und Festefranzösische Kultur (zum Beispiel Ausflüge im Nachbarland)

Unsere Kinder sollen, genau wie in ihrer eigenen Muttersprache, im alltäglichen Tun eine zweite Sprache erleben. Von der morgendlichen Begrüßung über Spiele, gebastelte Arbeiten, sowie über Bewegung werden ganzheitlich Begriffe aus dem Alltag heraus gelernt. Eine große Chance liegt hier im Freispiel. Am interessierten Tun der Kinder bieten sich viele Möglichkeiten, konzentriert die französische Sprache wahrzunehmen und auf diese einzugehen. So ergeben sich für die französische Fachkraft, viele Situationen, Farben und Objekte in französischer Sprache zu benennen. Der Kontakt mit der fremden Sprache wird auf zwei Arten hergestellt. Zu einem passiv, im Raum, in dem Sprache gehört wird und zum anderen aktiv beim Zuhören, beim Versuch zu verstehen, zu sprechen bzw. antworten und beim Singen von französischen Liedern. Regelmäßiges Wiederholen verinnerlicht die Sprache. Sowohl an Geburtstagen der Kinder, wie zu den Jahreszeiten und zu verschiedenen Projekten fließt die französische Sprache täglich mit Liedern, Geschichten, Traditionen, Festen und Feiern mit ein. Durch unser Angebot ermöglichen wir den Kindern sich auf natürliche Weise, die französische Sprache anzueignen.


Austausch mit der französischen Ecole Maternelle

Durch unsere Partnerschaft mit der Ecole Maternelle in Apach werden Eindrücke und Erkenntnisse der fremden Sprache und Kultur nicht nur in unserem Kindergarten vermittelt, sondern hautnah in Frankreich erlebt und angewandt. Alle 14 Tage fährt die Hälfte der Kinder zum 7 km entfernten, französischen Ort Apach, wo sie den Ablauf eines Vormittags in der École Maternelle kennen lernen. Wir wiederum bekommen Besuch von den Kindern aus Apach, die hier den Ablauf eines Vormittags im deutschen Kindergarten kennen lernen. Zu besonderen Anlässen, z.B. zu Festen und Feiern der jeweiligen Kultur besuchen alle Kinder zusammen die Partnereinrichtung im Nachbarland. Auf diese Weise wird eine Unbefangenheit gegenüber der anderen Sprache, der Kultur, den Menschen und dem anderen Land gefördert.


Bildungsverständnis

Unsere Erziehungs- und Bildungsarbeit findet ihre Grundlegung im Bildungsprogramm für saarländische Kindergärten. Die Kinder erfahren bei uns eine Umgebung, in der sie sich geistig, sozial, und auch körperlich und emotional weiter entwickeln können. Kinder erfassen spielend, mit allen Sinnen ihre Welt und erhalten so notwendige Erfahrungen, die sie für das spätere Lernen brauchen. Dabei kann jedes Kind individuell seinem Lerntempo folgen. Alle Kinder sind neugierig und wollen ihre Welt entdecken. Aus diesem Grund achten wir als Erzieherinnen die Neugierde, die Freude und den Spaß des Kindes als wichtigste Lernvoraussetzung. Kinder im Vorschulalter wollen ihre Welt begreifen. Im konkreten Körpererleben, also durch vielseitige Erfahrungsmöglichkeiten, wird das Kind in seiner Wahrnehmung und seiner Sensibilität gefördert. Kinder brauchen diese Eindrücke, um sich selbst und ihre Umwelt in ihrer Ganzheit wahrzunehmen und zu erfassen. Lernen in unserem Kindergarten vollzieht sich im Alltag, in Freiräumen des eigenen Tuns und im Erleben der Kinder. Durch anregungsreiche Angebote und Aktivitäten fördern wir die Selbstbildungsprozesse der Kinder.

„Wenn wir ernst nehmen, dass Kinder sich durch eigene Aktivitäten ihr eigenes Bild von der Welt machen, dann können wir ihnen nichts „vermitteln“, nichts „beibringen“. Wir können sie darin unterstützen, wir können sie fördern und herausfordern, bestimmte Kompetenzen zu erwerben...“ (Zitat Frau Dr. Preissing, Universität Berlin, leitende Autorin des saarländischen Bildungsplans, im fachlichen Austausch mit unserem Team).

Wenn ich nur darf,
wenn ich soll,
aber nie kann, wenn ich will,
dann kann ich auch nicht,
wenn ich muss.
Wenn ich aber darf,
wenn ich will,
dann kann ich auch,
wenn ich muss.
Denn merke:
die können sollen,
müssen auch
wollen dürfen

Johannes Conrad, Philosoph


Wir begleiten jedes Kind in seiner individuellen Entwicklung und unterstützen die Entfaltung seiner:

SelbstkompetenzSelbstvertrauen und Selbstbewusstsein; sich in unterschiedlichen Spiel- und Lernsituationen positiv erleben, seine Fähigkeiten entdecken, sich selbst Zutrauen schenken und selbständiges Handeln ausbilden

SachkompetenzSachverhalte differenziert wahrnehmen benennen und beschreiben können, Zusammenhänge erkennen, kreative Lösungen finden

SozialkompetenzZuhören und sich mitteilen können, Regeln und Normen vereinbaren und einhalten können, sich zurücknehmen können, sich am Gemeinschaftsleben beteiligen

LernkompetenzFreude und Lust seine Welt zu entdecken, Ausdauer, Neugier und Forschungsdrang. Anstrengung und Erfolgserlebnisse im Zusammenhang erleben

Erziehung und Bildung ist ein Ganzes; jedes „Puzzleteil“ ist ein wichtiger Bestandteil für die Entwicklung des Kindes. Einzelne Bereiche entfalten sich nicht isoliert, sondern miteinander, bedingen sich oder fließen ineinander über.


 



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